Erstmalig trafen sich mehr als 70 Sozialpädagog*innen zur zweitägigen Konferenz der Kinder- und Jugendsozialarbeit im Heiner-Janik-Haus – Jugendbegegnungsstätte am Tower in Oberschleißheim. Die interne Veranstaltung des Kreisjugendring München-Land (KJR) bot Zeit und Raum für Austausch, Beratung und Vernetzung. Die Kinder- und Jugendsozialarbeit (KJSA) ist ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Kinder, Jugendliche, deren Eltern und Lehrkräfte, sie bietet Präventionsangebote und Hilfe bei persönlichen Krisen. Der KJR ist Träger von 58 Einrichtungen der KJSA an Grund-, Mittel- und Realschulen sowie an Gymnasien im Landkreis München.
Die tägliche Arbeit der Sozialpädagog*innen an Schulen ist anspruchsvoll und kann für den*die Einzelne*n herausfordernd sein. Umso wichtiger ist der Austausch mit Kolleg*innen, zum Beispiel im Rahmen der kollegialen Beratung bei aktuellen Fällen. Die Rolle der KJSA an der Schule, Schulabsentismus, Zukunftsorientierung, Resilienz-Training oder empfehlenswerte Präventionsprojekte und wie man diese partizipativer und demokratischer für die Schüler*innen gestalten kann, sind nur wenige Themen, die am 24. und 25. März miteinander besprochen und diskutiert wurden.
„Die Idee zu einer themenoffenen Konferenz ist 2024 bei einer unserer regelmäßig stattfindenden Mitarbeitendentreffen entstanden, um mehr Raum für weitere Themen zu öffnen, die bei unseren regulären Terminen oft zu kurz kommen“, erklärt Kerstin Ritzer, Sozialarbeiterin am Gymnasium Höhenkirchen-Siegertsbrunn, die gemeinsam mit acht weiteren Kolleg*innen die Veranstaltung organisiert hat. Die Themen und Inputs wurden teilweise vom Organisationsteam vorbereitet, aber größtenteils tagesaktuell mit den Wünschen der Teilnehmenden ergänzt, so fanden sich je nach Interesse im Laufe der zwei Tage unterschiedliche Arbeitsgruppen zusammen.
Im Rahmen der Konferenz gab es auch die Möglichkeit sich über das neue trägerübergreifende Datenerfassungs- und Dokumentationstool des Landratsamtes auszutauschen. „Durch das Tool hat der Landkreis München eine Struktur geschaffen, die Kinder- und Jugendsozialarbeit durch Zahlen analysierbar und ihre Relevanz belegbar zu machen. Gerade in den aktuellen Zeiten ist es wichtig, die Themen junger Menschen zu erfassen“, berichtet Elisabeth Moroder-Özcan, Kommunale Jugendpflegerin im Landkreis München.
Das Konzept der ersten offenen KJSA-Konferenz ist durchaus aufgegangen und wird voraussichtlich im kommenden Jahr weitergeführt: „Unsere Jugendbegegnungsstätte eignet sich mit den verschiedenen Räumen und der zentralen ‚Treppe der Begegnung‘ hervorragend für das Open Space Konzept“, meint Mitorganisatorin Kerstin Ritzer.
Über die Kinder- und Jugendsozialarbeit
Die Kinder- und Jugendsozialarbeit (KJSA) an Schulen soll helfen, soziale Benachteiligungen auszugleichen und individuelle Beeinträchtigungen zu überwinden. Schwerpunkte liegen auf der Einzelfallhilfe und der Förderung von Sozialkompetenz sowie Projektarbeit und Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf bzw. in weiterführende Schulen. Als Einrichtung des Kreisjugendring München-Land konzentriert sich die KJSA auf präventive Angebote. Dazu gehören Projekte der Gewalt-, Sucht- und Mobbingprävention.